Digital Signage in der Praxis

Eines der ältesten und größten Digital-Signage-Netzwerke in Deutschland ist das "Berliner Fenster". Seit dem Jahr 2000 wird es auf über 3700 Doppelmonitoren in über 1100 Wagen auf dem gesamten Streckennetz der Berliner U-Bahn für täglich über 1,7 Mio. Fahrgäste gezeigt. Gesendet werden neben Nachrichten und verschiedenen Magazinformaten eine Vielzahl von Veranstaltungstipps, die das aktuelle kulturelle Leben der Metropole abbilden. Das Geschäftsmodell basiert auf der werblichen Vermarktung von Sendeplätzen zwischen den redaktionellen Beiträgen.

 

Im Folgenden zeigen wir Ihnen weitere die Bereiche auf, in denen Digital Signage bereits jetzt mit Erfolg eingesetzt wird.

 

Digital-Signage-Bahn

 

Digital Signage in Einkaufszentren

In immer mehr Einkaufszentren kommen umfangreiche Digital Signage Systeme zum Einsatz. Solche Kaufhäuser sind das prädestinierte Beispiel für die Anwendung von Digital Signage. Angefangen bei der Kundenführung ("was finde ich wo?") über die Vorstellung neuer Produkte bis hin zu Ankündigungen von Veranstaltungen. Die Zeit auf der Rolltreppe, im Fahrstuhl oder auf dem Weg zur gewünschten Abteilung wird mit Videos verkürzt und bestenfalls noch mit Werbung kombiniert.

 
 
Digital-Signage-Einkaufszentrum

 

Digital Signage in der Schule - der digitale Vertretungsplan

Die papierenen Vertretungspläne in Schulen werden zunehmend durch digitale Äquivalente ersetzt. An verschiedenen Punkten im Schulgebäude zeigen die vom Stundenplankoordinator gesteuerten Anzeigesysteme zielgruppenoptimiert die kurzfristigen Änderungen des Tages an. Lehrerzimmer, Mittelstufen- oder Oberstufenbereich können unterschiedliche Darstellungsmodi des Vertretungsplanes verwenden. So kann das Sortierkriterium je nach Zielgruppe der Lehrername, die Klasse oder die Kursleiste sein, auch das dargestellte Zeitfenster kann variieren.

Digital-Signage-Schule
Digital-Signage-Kontrollraum

 

 

Digital Signage für Produktionsdaten

Ein weiterer Einsatzbereich ist die Visualisierung von Produktionsdaten in Fertigungsstätten. Dabei können aktuelle Stückzahlen oder Informationen über Soll- und Ist-Zustand wiedergegeben werden.

Die Mitarbeiter in Fabriken oder an Laufbändern sind so immer über den aktuellen Stand der Produktion informiert. Im Notfall können auch Warnhinweise über Störungen sofort angezeigt werden.

Digital Signage im Außeneinsatz

Nicht nur im Inneren von Gebäuden, sondern auch im Außenbereich ist Digital Signage mittlerweile fest etabliert. Beispielsweise als digitales Werbeplakat an einer Bushaltestelle oder als Hinweisschild bei einem Drive In-Schalter einer Fast Food-Kette. Die Anforderungen an die hierbei genutzten Geräte sind allerdings hoch: Hellem Sonnenlicht mit UV-Strahlung, starken Temperaturschwankungen, Nässe, Feuchtigkeit, Frost, Hitze, Schmutz, Insekten, Feinstaub und Vandalismus müssen sie standhalten können.

ACHTUNG:

Außenwerbeanlagen müssen genehmigt werden! Das gilt auch für Anwendungen in Schaufenstern. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise müssen für Displayflächen, die größer als ein Quadratmeter sind, Baugenehmigungen eingeholt werden. Der Grund hierfür ist unter anderem zu vermeiden, dass Verkehrsteilnehmer von den Displays geblendet oder abgelenkt werden. Generell lässt sich sagen, dass das Schaufenster ein schwieriger Standort ist. Die größte Herausforderung hierbei ist das Sonnenlicht und die damit einhergehende starke Erhitzung der Panel-Oberfläche. Manche Geräte schalten sich dann automatisch ab, um die Elektronik vor Überhitzung zu schützen. Deswegen gibt es für diesen Einsatz spezielle Hardware.

 

Digital-Signage-Außeneinsatz
 
Digital-Signage-Einzelhandel 

Digital Signage im Einzelhandel

Im Einzelhandel ist mittlerweile schon die Rede von hybriden Stores, die On- und Offline perfekt verknüpfen. Im Amsterdamer Flagship-Store des Männermode-Labels Chasin etwa sieht der Kunde die aktuelle Kollektion auf einer zehn Quadratmeter großen Videowand – on demand. Gesteuert wird das Ganze über ein Tablet mit der Marken-App inklusive Link zum Warenbestand: Ist der gewünschte Artikel nicht im Store, verlinkt die App mit dem Webshop. Die Verzahnung von digitaler und virtueller Shopping-Welt funktioniert dabei auch umgekehrt: Die Jeans aus dem Webshop lässt sich im Laden bestellen und dort anprobieren.

Ein weiteres Beispiel hat die italienische Supermarktkette Coop im Rahmen der Mailänder Expo entwickelt, welches zeigt, wie Einkaufen in naher Zukunft aussehen könnte: Rund 1500 Produkte im Supermarkt auf dem Messegelände kehren über Screens ihr Innerstes nach außen. Über jeder Artikelkategorie ist ein Display angebracht, dass den Kunden direkt über Preis, Nährstoffe und Haltbarkeit informiert.

 

 

Ansprechpartner
 
André Rüttinger